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Berufsdienst

"vocational service"

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Berufsdienst

Worte zum Berufsdienst anlässlich der Distriktskonferenz 2011 in Innsbruck, gesprochen vom - aus dem Amt des Distriktsbeauftragten für den Berufsdienst - scheidenden Gert Stadler

Zu den Dienstseiten meine ich, dass es heute leider noch nicht möglich ist, den Beauftragten im Distrikt einen Schreibzugriff auf die Plattform zu gewähren. Daher ist der Stand der Formulierungen dort - zum Berufsdienst - immer noch mehrheitlich der Bearbeitung von PDG Manfred Nußbaumer zu verdanken. Und daran ist wirklich gar nichts auszusetzen - denn viel besser kann man es auch gar nicht machen; wären da nicht doch einige eigene Gedanken zum Thema, die ich an dieser Stelle gern mitgeteilt hätte.

Ich finde den Anlass heute (Distriktskonferenz des DG Klaus Schredelseker) eine gute Gelegenheit dazu, denn ich will Ihnen in "gesetzten Worten" zu drei Dingen im Berufsdienst referieren, hier zum Auftakt der Konferenz - wie mutig - und gleichzeitig zu meinem Abschied aus dem (dreijährigen) Amt:

Rotary ist eine Wertegemeinschaft - sie kennen meine Definition der "…anständigsten unter den Erfolgreichen". Diese mündet übrigens häufig über den persönlichen Eindruck und die tolerante Achtung voreinander, in eine Einstellung unvoreingenommener Zuneigung. Kameradschaft - und im glücklichen Fall Freundschaft. Peter Krön spricht hier hoffentlich noch darüber, wenn es um das Thema geht "was ich an Rotary mag".

Aber diese Wertegemeinschaft bedeutet eben auch die Schwierigkeit, erfolgreich zu sein - trotz der viel zitierten "hohen ethischen Ansprüche", die wir an uns stellen möchten - trotz eingeforderter Fairness & Wahrhaftigkeit, trotz auferlegter Mäßigkeit, und in gebotener Gerechtigkeit den anderen gegenüber.

Fortitudo, temperantia, sapientia und justitia stehen dazu Pate, als die alt her bekannten, so genannten Kardinaltugenden. Letztere haben mich über die Jahre in Rotary - mehr als meine Kapazität vermag - beschäftigt… Oder auch die - für uns Europäer manchmal weniger griffig anmutende - Formulierung der Vier Fragen Probe. Sie ist - bei aller Einschränkung - doch eine nützliche Schablone, mit der man die Entsprechung eigenen Tuns mit rotarischen Prinzipien prüfen kann. Ich habe schon oft zur Notwendigkeit, sich mit diesen Tugenden zu beschäftigen, gesprochen - milde belächelt - oder aber auch - harsch kritisiert, entweder als einer, der sich etwas anmaßt oder naiver Moralist.

Aber wir haben nichts anderes! Sich damit auseinandersetzen ist daher wie unabdingbares Training eines Muskels. Wenn wir uns diesem Training entziehen, werden wir a la Longe darüber erschlaffen, und an Qualität verlieren - ohne die wir nicht sein können.

Anders ist es mit der schönen, praktischen Seite, nämlich den eigenen Beruf als Möglichkeit zum Dienen zu erkennen. Service above self. Ganz ohne rotarische Kontakte missbräuchlich, also nur zum eigenen Vorteil, oder Gewinn. Zur Klarstellung: es verlangt ja auch gar niemand geschäftlichen Kontakt unter Rotariern aus falsch verstandenem Idealismus zu unterlassen. Denn gerade die gemeinsame Zugehörigkeit bietet ja eine schätzenswerte Vertrauensbasis für berufliche und geschäftliche Kontakte. Und es ist unter diesem Gesichtspunkt auch durchaus legitim, den Kreis interessanter Menschen - gleichermaßen von Qualität und Einfluss in Wirtschaft und Gesellschaft - zu suchen, und damit Anreiz für das Dabeisein und Mittun zu finden.

Und dieses Mittun - im Dienstgedanken Rotarys - besteht für den Berufsdienst (Englisch übrigens vocational service) eben nicht so sehr nur darin, Geld locker zu machen, sondern im hands-on, dem sozialen Kontakt, und dem persönlichen Einbringen. Aber natürlich auch mit unserem Geld. Sie finden in den Seminarunterlagen auf der Plattform dazu eine ganze Reihe guter Vorschläge, wie man sich das effektiv und effizient vorstellen kann.

Und drittens liegt eine weitere Möglichkeit, die eigene Herausragendheit in die Gesellschaft hinein zurückzuspielen, in Literacy Programmen, die für mich zum interessantesten Sammelbegriff im Berufsdienst wurden. Drei Kategorien konkreter Bildungsbemühungen kann ich darin unterscheiden: (1) Basic Literacy = lernen wie man lernt, Grundschulergänzung, (2) Character Literacy = lernen wie man leben soll, Charakterbildung, in Rotarys Kernkompetenzen lernen, und (3) Functional Literacy = lernen, wie man als Erwachsener erfolgreich ist: als Arbeitskraft, als Vorgesetzter, als Bürger, als Eltern, als Partner & als Freund.

In Summe ist der Berufsdienst für uns damit einerseits einigende Definition des rotarischen Seins, und zugleich trennende Aufforderung zu individuellem Handeln. Der Berufsdienst begründet die großartige Vielfalt beruflichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Er ist damit unsere größte Herausforderung - aber auch Quell unserer größten Freuden.

Kontakt - Berufsdienst-Beauftragter

Distrikt 1910 für 2011/12:

Peter Krause, RC Wien-Hofburg, pkrause(vpsat)aon(vpsdot)at

Distrikt 1920 für 2011/12:

Klaus Schredelseker, RC Innsbruck, klaus.schredelseker(vpsat)uibk.ac(vpsdot)at