Region
Beschreibung
Das Ausseerland (steirisches Salzkammergut) mit den heutigen Gemeinden Bad Aussee,
Altaussee, Grundlsee, Pichl-Kainisch, Bad Mitterndorf und Tauplitz ist ältester
steirischer Kulturboden. Dies bezeugen vor- und frühgeschichtliche Funde in den
Höhlen des Toten Gebirges. Steinzeit, Bronzezeit, die Noriker (Hallstattzeit), die
Taurisker (jüngere Eisenzeit), Römerherrschaft, Germanen (Völkerwanderung) und dann
Alpenslawen hinterließen ihre Spuren. Die weitere kulturelle und wirtschaftliche
Entwicklung hängt eng mit der Erschließung des Salzbergbaues (seit 1147
beurkundet) und dem Fischreichtum des Altausseer- und Grundlsees zusammen, die
ein wohlhabendes Bürgertum entstehen ließen, das selbst Kaiser zu Gast laden
konnte. Seit dem 12. Jahrhundert sind Zeugnisse der Christianisierung
überliefert. Reformation und Gegenreformation haben ihre Spuren im Ausseerland
hinterlassen. Mit Erzherzog Johann beginnt die von der Aufklärung bestimmte jüngste
Phase der Geschichte des durch hohe Berge gleichsam "eingezäunten" Tales. Im
Zuge der Entfaltung der "Sommerfrischen" (später Fremdenverkehr, Tourismus genannt)
ließen sich hier seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts zahlreiche
Adelige, Wissenschaftler und Künstler nieder, die im Zusammenwirken mit der
überlieferten und bis in die Gegenwart herein sorgsam bewahrten Bergbaukultur die
mentale Eigenart der Menschen prägen.
Literatur: J. A. JANISCH, Topographisch-statistisches Lexikon von Steiermark, 3
Bände, Graz 1965; Wolfgang Suppan, Artikel "Bad Aussee", in: Steirisches
Musiklexikon, 2. Auflage, Graz 2009, Akad. Druck- und Verlagsanstalt (mit
weiterführender Literatur).
WS
Abbildung: Der Blick von der Trisselwand
http://www.tagesbild.at/ausseerland.htm
