RC Zell am See
[live and let live]
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Kategorie: Soziales Typ: Lokal
Art: Anderes
Teilnehmer
Clubs: Zell am See (1920)
Projektziel: Der Circle of Courage geht auf das indianische Medicine Wheel zurück und symbolisiert innerhalb des Circle of Courage Institutes die vier grundlegenden Bedürfnisse aller Menschen aller Völker auf der ganzen Welt. Es geht darum, dass jeder in seinem Leben danach strebt, Zugehörigkeit zu erleben, eine Sache besonders gut zu können und sich in diesem Gebiet weiter zu entwickeln, Unabhängigkeit von den Ideen anderer zu zeigen und Teil einer Sache zu sein, die größer ist als man selbst.
Projektbeginn: 28.07.2011 Projektende: 28.06.2012
Budget: 2000,- Währung: Euro (€)
Land: Österreich Ort: Wien
Beschreibung:
Vor einem Vierteljahrhundert entstand eine wertvolle, aktive und einsatzbereite
Verbindung von zwei Menschen, einem Schiff und anschließend daraus die ARGE NOAH -
heute der AKs NOAH. Die zwei Personen sind Petra und Herbert Siegrist.
Petra ist heute Supervisorin und vor allem im sozialpädagogisch/ therapeutischen
Feld tätig, neben ihrem direkten Betreuungseinsatz in den Wohngemeinschaften des
AKs. Sie war in all der Zeit und ist heute eine treue und unersetzliche
Wegbegleiterin von Herbert.
Unermüdlich war sie großteils sogar ehrenamtlich für die ARGE NOAH, und damit auch
das Zentrum Spattstraße, aktiv. Seit März 2007 ist sie auch als Obfrau des
Arbeitskreises - kurz AKs NOAH - aktiv.
Herbert, der von seinen Eltern, Ruedi und Emma Siegrist, die Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen und für Kinder und Jugendliche, die "nicht auf die Butterseite des
Lebens gefallen sind" "eingeimpft" bekommen hat, bastelte unermüdlich an Projekten
und Plänen um
diesen "Psychosozial-zu-kurz-Gekommenen" zu helfen. In seiner Fortbildung
beschäftigte er sich besonders mit erlebnispädagogischen und psychosozialen
Einzelbetreuungsaspekten.
Gemeinsam arbeiteten beide lange auf dem Schiff NOAH mit jungen Menschen, gründeten
Wohngemeinschaften zur Vor- und Nachbetreuung und erweiterten das Projekt ARGE NOAH
im Lauf der Zeit.
Das Schiff NOAH wurde 1983 erstmals bei dreiwöchigen Urlaubstörns für Jugendliche
von Herbert geskippert, unter anderem auch nach Helgoland, wo es zufällig, aber
symbolhaft, auch jetzt, Ende Juli 2008, wieder mit Jugendlichen liegt. Zunehmend
wurden die Törns zeitlich länger. Die Erfahrung mit den von Eltern und
Jugendwohlfahrt anvertrauten Jugendlichen zeigte, dass ein Nachreifen besser
möglich war, wenn eine Zeit - ähnlich der Dauer einer Schwangerschaft - von bis zu
neun Monaten gewährt werden konnte.
Die ARGE NOAH, der Name Siegrist und das Schiff NOAH waren und, anstelle von ARGE
heute AKs NOAH, sind weit über Österreich hinaus bekannt.
Diese Verbindung unterstützte Jugendliche, die in ihrem soziokulturellen
Umfeld nicht zurecht kamen bzw. dieses nicht mit ihnen und oft die
Schule abgebrochen hatten. Das Dreigestirn förderte einige soweit, dass
sie ein Universitätsstudium absolvieren und auch erfolgreich abschließen
konnten. Mit anderen wurden durch die intensiven Betreuungskontakte so tragfähige
Beziehungen aufgebaut, dass selbst Probleme in ihren Familien, seien sie
psychischer, sozialer oder materieller Natur, über spätere erneuerte Hilferufe und
Kontakte gemeistert werden konnten. Leider konnte einigen anvertrauten Jugendlichen
nicht das geboten werden, was sie benötigt hätten - sie kamen ums Leben oder sanken
tiefer ins psychosoziale Elend.
Bis zum Törn 12 war es ein ständig wachsendes Projekt. Dieses Wachstum und damit
auch ein gewisser Machtanspruch (Mitspracherecht, Kostenreduktion) war aber auch
Konfliktthema mit der Trägerorganisation Zentrum Spattstraße.
Die Änderungen für Schiffe von Ausländern in Kroatien verursachten erste Probleme.
Turbulenzen in der erlebnispädagogischen Szene brachten auch unsere politische und
fachliche Rückendeckung ins Wanken. Zwei weitere Törns konnten das Ruder nicht
völlig herumreißen.
Der Trennungsschnitt durch das Zentrum Spattstraße und das Hinausdrängen aus allen
Wohngemeinschaften der ARGE NOAH führte beinahe zur Vernichtung des Lebenswerkes
des Ehepaares Siegrist. Im Zuge dieser Organisationsdynamik mußte die
urzellenähnliche
Wohngemeinschaft in Kronstorf vom Zentrum Spattstraße geschlossen werden.
In dieser schwierigen Situation gab es glücklicherweise Menschen, die
der Meinung waren, die Idee und Kultur der Arge NOAH muss weitergehen.
Mit ihnen wurde der Arbeitskreis NOAH gegründet. Unermüdlich und mit wiederum
vermehrtem Einsatz in der direkten Betreuungsarbeit schaffte es das Ehepaar
Siegrist, mit dem Arbeitskreis wieder in der psychosozialen Arbeit Fuß zu fassen:
Petra als Obfrau und Herbert als
Geschäftsführer des Vereines. Am 1. April 2007 wurde die erste Wohngemeinschaft im
Auftrag des Magistrates Wien, das NOWI, eröffnet. Genau ein Jahr später konnte die
zweite WG, das NOWO21 in Betrieb gehen.
Mit Hilfe von Licht ins Dunkel, Spenden durch deutsche Shanty-Chöre und anderen
konnte jetzt auch das Schiff wieder auf Vordermann gebracht werden. Die
runderneuert NOAH segelt derzeit in der Ostsee.
Ich konnte diese Arbeit seit 1984 begeiten. Die ersten Jahre als Supervisor -
freigestellt von der Landessanitätsdirektion, um diese wichtige Jugendarbeit
fachlich zu begleiten, später als Skipper. Nicht zuletzt seit März 2007 als
Obfrau-Stellvertreter des Arbeitskreises NOAH.
Ich bin froh, diese Verbindung erlebt und begleitet zu haben. Ein Lebenswerk von
zwei Menschen, die vor Ideen sprühen und mit großem Einsatz deren Umsetzung
betreiben, manchmal auch unter großen finanziellen Risiken. Österreich kann stolz
sein, so etwas zu haben -
ein Schiffsprojekt NOAH, einen Arbeitskreis NOAH, den Verein für Sozialpädagogik
und Jugendtherapien. Natürlich gibt es überall ein Auf und Ab, gibt es auch Mängel,
aber das große Ziel - junge Menschen zu unterstützen, damit sie einmal in dieser
Gesellschaft ihren Mann/ihre
Frau stellen - das haben Petra und Herbert nie aus den Augen verloren.
Für das nächste Vierteljahrhundert wünsche ich diesem Dreigestirn - Ehepaar, Schiff
und Arbeitskreis - ein ruhigeres und tragfähiges Fahrwasser, immer eine Handbreit
Wasser unter dem Kiel und selbstverständlich guten Wind zum Aufbruch zu neuen
Ufern.
Bildgalerie:
Downloads:
Url: www.noah.at
Kontaktperson: Herbert Siegrist
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Auswärtsmeeting
Vortragende/r: Rudolf Schwarzenbacher
Vortrag, Clublokal
Vortragende/r: Harlander Willi