Ein paar begeisterte Rotarier des RC Vorarlberg - es ist dies der erste Rotaryclub im "Ländle" - begannen 1972 den Süden Vorarlbergs rotarisch zu missionieren. Gerhard Wachner und Arthur Lins wurden mit der Gründung des RC Bludenz beauftragt. Mit 26 Mitgliedern wurde noch im Jahr 1972 der Club gegründet. Am 15.09.1973 erhielt unser Club von Rotary International die Charter verliehen. Gründungspräsident war DDr. OMR Erich Horsten, der dieses Amt dann gleich noch ein zweites Jahr ausübte. Einmalig ist auch die Tatsache, dass die Frau des Gründungsmitglieds Helmut Schwärzler in der Nacht der Charterfeier Zwillinge zur Welt brachte. Den geburtshilflichen Beistand leistete um 3 Uhr früh der rotarische Freund Werner Albrich. Und das im Smoking!
Nicht vergessen sei auch, dass 1987/88 mit Norbert Heitz der Governor des Districts 1920 aus unserem Club hervorging und dass mit Wilhelm Aschenbrenner ein Pastgovernor Mitglied in unserem Club war.  
Damals dachte man, bis zu optimal 35 bis 40 Mitgliedern könnte unser Club anwachsen - heute (etwa Anfang des 21.Jh.) umfasst der Club 60 Mitglieder. Im Jahre 2002 wurden unsere Statuten "modernisiert". Damit war dann auch 2003 - nach engagiert geführten Diskussionen - der Weg frei für die Aufnahme der ersten beiden Frauen in den Club. Inzwischen hat der Club 8 weibliche Mitglieder und wir sind alle froh darüber.
Seit 1975 besteht die Partnerschaft mit dem RC Appenzell. Wenn die Kontakte auch nicht gerade häufig sind, es wurden persönliche Freundschaften geknüpft und bei gemeinsamen Clubreisen vertieft.
Der Jugenddienst erlebte besonders in der Zeit von 1976 bis 1988 unter der umsichtigen Organisation von Freund Erwin Sonderegger eine Hochblüte. 34 Maturanten wurden ins Ausland vermittelt und 19 Gastschüler aus dem Ausland fanden bei uns Aufnahme. Aber auch in den letzten Jahren hat der Austausch wieder stark zugenommen.

CLUBGESCHICHTE + GESCHICHTEN

Gründung

Der RC Bludenz ist das zweite Patenkind des RC Vorarlberg nach dem RC Bregenz (1970). Mit der Gründung beauftragt war Med. Rat Doz. Dr. Gerhard Wachner, Röntgenologe in Bludenz. Am 11. Oktober 1972 trafen sich 26 "Neu-Rotarier" zur Gründungsversammlung im Schlosshotel.  Die Charterfeier war in ein rotarisches Ländertreffen Schweiz - Liechtenstein - Österreich am 15. und 16. September 1973 eingebettet und fand somit unter den Augen von 77, aus Nah und Fern angereisten rotarischen Amtsträgern samt deren Gattinnen im Hotel Schesaplana in Brand statt. Die Überreichung der Charterurkunde durch den Governor  des österr. Districts an unseren ersten Präsidenten Erich Horsten,  Festansprachen, rotarische Mahnungen und Huldigungen sorgten für ein gehöriges Commitment der Bludenzer Neu-Rotarier. Das Rahmenprogramm mit Candlelight- Dinner und Tanz, ein Beinahe-Bergdrama in Folge eines Getriebeschadens der Lünersee-Seilbahn,  sowie die nächtliche Geburt der Zwillinge der Gastgeber Ruth und Helmut Schwärzler machten die Charter-Feier für die Dabei-Gewesenen unvergesslich. Die Existenz des  RC Bludenz steht somit auf solidem Fundament.

Die erste Dekade

Die Mitglieder des jungen Clubs nehmen die rotarischen Pflichten ernst. Wer nicht am Meeting teilnehmen kann entschuldigt sich beim Präsidenten - die Präsenz liegt bei 70%. 1975 wird als Beitrag zur internationalen Verständigung die Partnerschaft mit dem RC Appenzell eingegangen. Vorträge -mehrheitlich eigener Clubmitglieder -Faschingskränzchen, gemeinsame "Anlässe" und "Auffahrtreisen"  mit dem Partnerclub beleben das Clubleben.  Der Jugendaustauschdienst floriert. 1983 zählt der Club 39 (noch immer rein männliche) Mitglieder, die sich untereinander mehrheitlich noch Siezen. Was das Gender-Thema angeht, orientiert sich der Club an traditionellen Rollenbildern: Die Frauen der Clubmitglieder sind bei Faschingsbällen und Wohltätigkeitsveranstaltungen unverzichtbar, beim monatlichen Abendmeeting gern gesehen. Seit Juli 1982 gibt's im Hotel Arlberg  in Lech auch in der Sommersaison einen Rotarier-Tisch bei Johann Schneider. Das 10-jährige Bestehen des Clubs fällt ins Präsidentenjahr von Guido Bargehr und wird bei spätherbstlichem Schneetreiben mit zahlreichen Gästen groß im WIFI und  Schlosshotel gefeiert.

Die zweite Dekade

Norbert Heitz stellt sich als District-Governor zur Verfügung, der RC Bludenz darf sich in seinem Abglanz sonnen. Die VN berichten über Rotary unter der Überschrift 'Elite-Clubs in Vorarlberg'. Der Club rückt noch näher zusammen: Präsident Arthur Lins erklärt das intime "Du" unter den Freunden zur Club-Regel. Man war es zufrieden - so könnte es für immer bleiben. Aus etwas größerer Distanz hätte fast der Eindruck  einer gewissen Tendenz zum Männer-Stammtisch entstehen können. Engagierte Rotarier-Gattinnen etablieren daraufhin jedenfalls einen Damenstammtisch.

Horribile dictu: 1988 wird berichtet, dass es in den USA bereits 6000 weibliche Rotary-Mitglieder gibt. Zitat aus dem trockenen Jahresbericht des Clubsekretärs Jussel: ' … am 14. März 1990 findet eine nahezu (sic!) emotionsgeladene Diskussion über die Aufnahme von Frauen …statt. Erst die Feststellung unseres Past-Governors Heitz, dass jeder Club autonom entscheiden könne, ob er "männlich rein" bleiben wolle, beruhigt die Gemüter. Man hätte auch das Attribut 'heiß umfehdet, wild umstritten' anwenden können. 1993 zählt der Club 51 Mitglieder. Die Club-Präsenz liegt immer noch bei 70%.

 

Die dritte Dekade

 Obwohl einzelne Clubmitglieder heftig dagegen argumentieren, wird Österreich EU-Mitglied. Die Umstellung der Clubkassa auf EURO gelingt einwandfrei, Dank gebührt dem Schatzmeister Willi Burtscher.

Zur 25- Jahr-Charter erscheint eine von den Mitgliedern gestaltete Fest-Broschüre. Gefeiert wird einmal mehr im Hotel Schesaplana in Brand. Im Nachhinein lässt sich nicht mehr trennen, was mehr gefeiert wurde: das 25-jährige Bestehen des Clubs oder der 75er von Elmar Burtscher.

Immer öfter trifft sich der Club zum letzten Freundschaftsdienst am Friedhof. So müssen wir uns neben anderen auch von unserem Langzeit-Schatzmeister und Club-Chronisten Fritz Würbel verabschieden, der dem Club seit Gründung bis Ende 1997 in diesen Funktionen gedient hat. Dies befördert die Diskussion über die Altersstruktur des Clubs und damit über das Thema Neuaufnahmen und statuarische Aufnahmehürden. Im Clubjahr 2001/02 beschließt der Club eine Änderung der Clubstatuten und ein vereinfachtes Aufnahmeverfahren. Der damalige Präsident Helmut Müller stößt mit seinen 'Neun Thesen zu Frauen im Club'  die Wiederaufnahme dieses Themas an -diesmal mehr sachlich als emotional diskutiert. 2003/04 hat der Club 54 Mitglieder, davon zwei weibliche.

Die vierte Dekade

Das elektronische Zeitalter erfasst auch die Bludenzer Rotarier, Christoph Rinderer ersinnt eine Club-Webpage, apokryphe Zugangscodes und schult uns in der Anwendung. Eine nächste Generation von neuen Mitgliedern integriert sich im Club. Die mittlerweile sieben Rotarierinnen bringen neuen Schwung ins Clubleben und erweisen sich als echte Bereicherung. 

Das verheerende Hochwasser im August 2005 macht erstmals Hilfe und Unterstützung für Mitglieder des eigenen Clubs notwendig.

Sei der Clubgründung hat sich im wirtschaftlichen, beruflichen und privaten Umfeld sowie  in den Werthaltungen der Gesellschaft Vieles verändert. Mit deutlichen Auswirkungen auf die Gestaltung des RC Bludenz: Die Rekrutierung neuer Mitglieder wird nicht einfacher, die Bereitschaft zur temporären Übernahme von Ämtern reduziert sich auf einen immer kleineren Personenkreis, Zeiteinsatz für Rotary konkurriert mit anderen Prioritäten. Die Clubpräsenz nähert sich der 50 Prozent-Marke.

NAHE + FERNE ZUKUNFT

(Stichwortsammlung)

·         Weiterführung der Clubchronik im elektronischen Zeitalter? Auswertung anhand gespeicherter Clubberichte? Ist Windows 97 im Jahr 2023 noch lesbar?

·         Attraktivitätserhalt der rotarischen Idee für neue / bestehende Mitglieder. Wie definiert unser Club seine Mission in den nächsten Jahrzehnten? Neue Aufgaben im regionalen Umkreis?

·         Integration neuer Berufsbilder / 'Lebensmodelle' / Gesellschaftsmitglieder…

·         Gemeinsamkeitserlebnis im Clubleben

·          Rotarier sein bedeutet mehr als Mitgliedsbeitrag, gelegentlicher Besuch eines Meetings, Überweisung finanzieller Spenden: Möglichkeiten für individuelle, persönliche Dienste

·         Erhalt/ Aufgabe der Partnerschaft zum RC Appenzell? Neuer Anlauf zur Generationenübergabe? Alternativ Suche eines neuen /Jungclubs im Ausland

·         Xxx

KONTAKTCLUB APPENZELL

Rotary International als Programm: Das verpflichtet jeden einzelnen Club, Zeichen über seine regionalen Grenzen hinaus zu setzen. Als ein solches wird die Beziehungspflege mit einem ausländischen Kontaktclub erwartet.  Und so ging der Vorstand des RC Bludenz schon bald nach seiner Gründung auf Brautschau: Dies stellte sich schwieriger dar, als gedacht: Alle attraktiven Wunschbräute (Venedig, Bozen, Meran…) waren schon längst vergeben. Darauf änderte man die Attraktivitätskriterien auf: nicht zu weit weg, niedrige Sprachbarriere, gleiche Mentalität und intellektuelles Niveau. Bingo -der RC Appenzell matchte zu 100 Prozent.  Norbert Heitz fuhr hin, spielte seinen besten Charme aus und wir hatten einen Kontaktclub. Zumal die Appenzeller Freunde unter ihrem Präsidenten Hohl auch schon in Richtung Vernunft-Beziehung gesucht hatten. Im Oktober 1975 wurde die neue Partnerschaft im Kursaal Heiden besiegelt. Erich Horsten hat zu diesem Anlass ein Epos mit neun Seiten Jamben gereimt und vorgetragen.

Von da an haben uns die Appenzeller gezeigt, wie man's macht: Zur Landsgemeinde im April 1976 waren 12 Bludenzer Ehepaare Übernachtungsgäste von 12 Appenzeller Ehepaaren, woraus sich von Anfang an persönliche Freundschaften entstanden. Als weiteres Element der Beziehungsvertiefung konnten wir die gemeinsamen  'Auffahrtsreisen' zu Christi Himmelsfahrt erfahren und in der Folge abwechselnd im 2-Jahreszyklus übernehmen. Man bereist die attraktivsten Kulturregionen Europas im Bus-Radius. Später werden die Reisen immer aufwändiger und starten in Kloten. Die letzte Reise mit starker gemischter Teilnehmerschaft führte 2001nach Moskau, perfekt organisiert von  Martin und Jacqueline Huber..

Mit dem biologischen Zyklus endeten mittlerweile die meisten persönlichen Kontakte aus den Gründungsjahren - eine Wiederbelebung der Beziehungen zwischen den Kontaktklubs liegt nun in den Händen einer neuen Rotarier-Generation.

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