Welt-Poliotag am 24. Oktober: Was Rotary gegen Polio und Corona leistet

Am 24. Oktober feiert die Welt den Welt-Poliotag, ein Verdienst von Rotary und seinen Partnern, der in Corona-Zeiten aktueller ist denn je.

Vor allem Kinder sind Opfer von Polio. Foto: March of Dimes Foundation

Rotary Polio-Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung

1979 startete Rotary sein größtes und erfolgreichstes Projekt, die Polio-Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung (Polyomyelitis), einer Infektionskrankheit, die durch Polioviren ausgelöst wird, die die Nervenzellen des Rückenmarks angreifen. Die meisten Infizierten (bis zu 95 Prozent) leiden an keinen oder nur vorübergehenden grippeähnlichen Symptomen, können während der Inkubationszeit von bis zu vier Wochen allerdings andere anstecken. Bei 0,5 bis 1 Prozent der Infizierten kommt es zum schweren Verlauf mit schlaffen Lähmungen einzelner Muskeln oder ganzer Muskelgruppen (Acute Flaccid Paralysis). Die Opfer sind vor allem Kinder, bei denen Polio zu schwersten Lähmungen und Tod führen kann. Eine Therapie gibt es nicht. Der einzige Schutz ist die Impfung.

2-jähriges Mädchen mit von Polio gelähmter Lunge in einer Eisernen Lunge 1959 in einem Krankenhaus in Louisville Kentucky. Foto: AP Photo

Die berühmten Schluckimpfungen

Rotary begann mit den inzwischen berühmten Schluckimpfungen auf den Philippinen. 1985 fasste Rotary International den Beschluss, die Aktion auszuweiten und die Seuche, die die Welt Jahrzehnte lang in Angst und Schrecken versetzte, ein für alle Mal zu besiegen. Dafür holte Rotary wichtige Partner ins Boot, mit denen die Aktion unter Namen wie Polio Plus, End Polio Now, Global Polio Eradication Initiative u. a. realisiert wird: die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), die Gesundheitsbehörden der USA (CDC), die nationalen Gesundheitsministerien sowie die Bill und Melinda Gates Stiftung. Rotary schuf dabei in den Gemeinschaften auf der ganzen Welt neue Infrastrukturen wie Gesundheitszentren, Verteilungsstationen usw., die noch heute dazu dienen, andere Infektionen zu bekämpfen und die Gesundheit vor Ort zu sichern, wie beispielsweise im Fall der Ebolafieber-Ausbrüche.

Wie in einem Horrorfilm: Niemand wusste, woher der Poliovirus kommt, wann er kommt und wie man sich schützen kann. Kinder durften nicht hinaus, alles war geschlossen. Trotzdem gab es jährlich Tausende Tote und noch mehr Gelähmte. Foto: Corbis

Aktuelle Erfolge

Rotary und seinen Partnern gelang es im Lauf der Zeit die Infektionen um 99,99% zu senken - mit Impfungen, persönlichem Einsatz, Spenden, Veranstaltungen, Aufbau von Infrastruktur, Aufklärung, Kooperationen und sehr viel Überzeugungsarbeit - ein unglaublicher und historischer Erfolg.

Schätzungen zufolge wurden über 2,5 Milliarden Kinder vor dieser Krankheit geschützt. Bis zu 10 Millionen freiwillige Helferinnen und Helfer investierten unzählige Arbeitsstunden. Allein von Rotary wurden 2,1 Milliarden US-Dollar aufgewendet. 

Am 25. August 2020 wurde Afrika von der WHO offiziell als vom Polio-Wildvirus befreit zertifiziert, vier Jahre, nachdem Nigeria als letztes Land der Region den letzten Fall einer Infektion gemeldet hatte, ein Meilenstein für alle Rotarierinnen und Rotarier, vor allem aber für die Kinder, die heute gesund aufwachsen können.

Polio-Opfer in Nigeria. Foto: Premium Nigeria Times

Der Erfolg der afrikanischen Länder gilt als weiterer Beweis dafür, dass die Ausrottung der Kinderlähmung möglich ist.

Die letzten Fälle von Polio existieren noch in Afghanistan und Pakistan, es sind über 100 Fälle registriert. Sie können sich jederzeit zu einer neuen Pandemie auswachsen. Der Kampf gegen Polio muss unbedingt zu Ende geführt werden, sonst kehrt die Seuche zurück. 

Rotary auch gegen Corona

Aufbauend auf diesem Erfolg und resultierend aus den Jahrzehnte langen Erfahrungen sind gerade die Rotarierinnen und Rotarier am besten dafür geeignet, auch gegen Corona vorzugehen.

Mann mit Atrophie und Lähmung. Foto: Barbara Rice, Centers for Disease Control and Prevention

Im September 2020 bedankte sich die Rotary Foundation bei allen Rotary Clubs auf der Welt für das großartige Spendenaufkommen im abgelaufenen Jahr 2019/20: Es wurden über 400 Millionen US-Dollar für rotarische Hilfsprojekte gespendet, die national und international den Bedürftigen zugutekommen. Dabei wurden Ressourcen auch für die lokalen Gesundheitsbemühungen von COVID-19 bereitgestellt, zusätzlich zum fortgesetzten Kampf gegen Polio und andere Initiativen zur Krankheitsprävention, für sauberes Wasser, Grundbildung, medizinische Versorgung von Müttern und Kindern und bessere wirtschaftliche Chancen.

Rotary Distrikt 1920 gegen Polio und Corona

Im Rotary Distrikt 1920 realisieren die Rotary Clubs vielfältige internationale und regionale Projekte und Aktionen. Allein 2020 werden Projekte im Wert von 1,4 Million Euro umgesetzt, viele davon auch im Zusammenhang mit Corona. Der Distrikt richtete einen Covid-Hilfsfonds ein, die Rotary Foundation stellt einen  Disaster-Response-Grant für Projekte zur Verfügung, um Corona-Geschädigten zu helfen.

Die berühmten Schluckimpungen retten Leben. Foto: Rotary International

Zum District-Grant Covid-19 gehören Lebensmittelgutscheine (RC Bischofshofen, RC Innsbruck Alpin, RC Linz, RC Wels), Unterstützung Lebenshilfe und lokale Caterer für Bedürftige (RC Bad Ischl, RC Wels-Burg), Schutzkleidung für Pflegeeinrichtungen (RC Kitzbühel), Sozialmärkte für Bedürftige (RC Salzburg-Altstadt), Lebensmittellieferungen für Obdachlose (RC Mondseeland), Tablets und Laptops für Schülerinnen und Schüler (RC Bad Ischl, RC Linz, RC Wels, RC Wels-Burg), Unterstützung von Künstlern (RC Innsbruck Goldenes Dachl) u. a.

Bei den District-Grants 2020/21 gibt es regionale Corona-Hilfsprojekte (RC Eferding), Unterstützung von Essenslieferungen (RC Vorarlberg), Fahrzeuge für das Rote Kreuz (RC Kremsmünster), Unterstützung engagementloser Musiker (RC Salzburg, RC Salzburg Nord) und viele andere Initiativen, auch direkte, persönliche Zuwendungen für in Not geratene Personen.

In Linz wird mit "Helden der Krise" ein Projekt der Rotary Clubs Linz, Linz-Altstadt und Linz-Leonding in Zusammenarbeit mit den OÖ Nachrichten und weiteren Partnern im Zusammenhang mit Corona realisiert. Der Rotary Club Kitzbühel unterstützt durch Corona in finanzielle Schwierigkeiten geratene Familien, spendet Gutscheinen für Produkte des täglichen Bedarfs und unterstützt heimische Unternehmen, die durch Corona Umsatzeinbußen erleiden. 

Die Schluckimpfungen müssen weitergehen, damit die zweite Seuche der Weltgeschichte besiegt wird - zuerst war Pocken dran, jetzt kommt Polio an die Reihe. Foto: Rotary International

Darüber hinaus sind alle Rotarierinnen und Rotarier im Distrikt aufgerufen mit bestem Beispiel voranzugehen, die Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen und die wöchentlichen rotarischen Meetings auf Online-Videokonferenzen umzustellen, um das Risiko der Ansteckung zu senken. Das bringt viele Herausforderungen mit sich, weil die persönlichen Treffen auch zur Realisierung der wichtigen Sozialprojekte dienen.

Ihre Hilfe hilft 

Feiern Sie den Welt-Poliotag mit Freude und einer Spende, die die Kinder schützt - begleiten Sie Rotary auf den letzten Metern dieses erfolgreichen Weges und seien Sie stolz, wenn Sie sagen können, Sie waren damals dabei, als die Welt poliofrei wurde: 

Werden Sie ein Partner im Kampf gegen Polio

"Rotary-Österreich-Forum Spenden"

IBAN: AT57 3468 0000 0058 7154

Weitere Informationen: 

https://www.endpolio.org/de/weltpoliotag

https://rotary.de/endpolionow/

https://www.rotary.org/en/history-rotary-polio-eradication-efforts

https://www.rotary.org/en/rotary-clubs-help-fight-covid-19-pandemic

 

Ansprechpartner:

Dalibor Truhlar

Chair for Public Image

Distrikt 1920

Wir verwenden Cookies, um diese Webseite zu betreiben und Ihre Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Akzeptieren und Fortfahren